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Gewählt wird, wer sichtbar ist.

Ein faktenbasierter Blick auf die Wahlkampf-Arena NÖ Heute

Mediale und damit öffentliche Sichtbarkeit ist für politische Player ein unverzichtbares Asset, denn wählbar ist, wer sichtbar ist. Zentrales Erfolgskriterium für politische Kommunikation: Zeigen können, wofür Partei und Spitzenkandidat:in stehen. Die mediale Präsenz der Spitzenkandidat:innen im reichweitenstarken ORF Format Niederösterreich Heute ist zwar nur ein Mosaikstein, aber ein nicht unwesentlicher. Insbesondere für die sehr große Zielgruppe 50+. 

Im Auftrag der Rechercheplattform DOSSIER hat MediaAffairs die Berichterstattung in der ORF-Bundesländersendung Niederösterreich Heute ab 1. November 2022 qualitativ und quantitativ analysiert. Das Ergebnis: Johanna Mikl-Leitner als Landeshauptfrau und ÖVP-Spitzenkandidatin der bevorstehenden Landtagswahl liegt sehr deutlich vor der politischen Konkurrenz. Im Zeitraum 1. November 2022 bis 12. Jänner 2023 kam die amtierende Landeshauptfrau auf insgesamt 36 Minuten und 44 Sekunden. Zum Vergleich: Die Kandidat·innen der anderen Parteien – Franz Schnabl (SPÖ), Udo Landbauer (FPÖ), Helga Krismer (Grüne) und Indra Collini (Neos) – erreichen gemeinsam 35 Minuten und 21 Sekunden Präsenzzeit in der wichtigsten TV-Nachrichtensendung des Landes.




 

Letztlich gibt es für parteipolitische Kommunikation natürlich eine Reihe von entscheidenden Faktoren, beispielsweise auch die Frequenz, in der Medienrezipient:innen mit Parteien und politischen Verantwortungsträger:innen konfrontiert werden oder auch das Themensetting, mit dem sich eine Partei positionieren kann. In Niederösterreich Heute kommt die ÖVP mit Landeshauptfrau Mikl-Leitner an der Spitze auf außerordentlich hohe Werte, sowohl bei der Frequenz der Berichterstattung als auch beim Berichtsvolumen. In der rein sachpolitischen – also bereinigt um Berichte zum Wahlkampf, dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss u.ä. – erreicht die ÖVP Marktanteile von etwa 70 Prozent.  Damit erfährt die ÖVP in Niederösterreich Heute eine massive Aufwertung -  verglichen mit dem Wahlergebnis aus 2017, bei dem die Partei auf 49,63 Prozent der Stimmen kam. 

Daten von MediaAffairs aus früheren Untersuchungen zeigen, dass auch abseits von Wahlen während der Legislaturperiode die LH-Partei in NÖ auf Präsenzanteile zwischen 60 und 65 Prozent kommt. Politische Mitbewerber wie FPÖ oder SPÖ sind unterrepräsentiert. Was die Untersuchung aber auch zeigt, ist eine zum Wahltag hin immer paritätischere. Interviews mit allen Spitzenkandidat:innen und die Wahlkampfberichterstattung bescheren allen Parteien eine relativ starke Sichtbarkeit und im Monat vor der Wahl ist die Berichterstattung der Parteien annähernd paritätisch verteilt. Ein Effekt, den MediaAffairs außerdem bereits bei der letzten Wahl festgestellt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Rahmen des Dossier Hinterzimmer im Wiener Volkstheater wurden die Ergebnisse der Sendezeitenanalyse diskutiert:

25.01.2023